Myokardbiopsie mit Histologie, Immunhistologie und Virusdiagnostik - Myokarditisdiagnostik

Myocardbiopsie bedeutet die Entnahme von Herzmuskelgewebe bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung zur definitiven Sicherung der Diagnose und zur Etablierung einer spezifischen Therapie, z. B. einer antiviralen Therapie bei einer chronischen virus-positiven Myocarditis durch Enteroviren oder Adenoviren. Myocardbiopsien werden aber auch durchgeführt zur Frage einer Speichererkrankung, z. B. Glykogenose, Hämochromatose oder nach Herztransplantation zur Frage einer Abstoßungsreaktion oder bei Patienten mit Verdacht auf Amyloidose. Dabei werden mit Hilfe von einer Biopsiezange aus dem rechten Herzen im Bereich der Herzscheidewand fünf Gewebeproben entnommen, die anschließend histologisch, immun-histologisch und molekular-biologisch aufgearbeitet werden können. Gerade durch die ergänzende immun-histologische Diagnostik an Paraffinschnitten gelingt eine exakte Diagnostik bezüglich einer chronischen Myocarditis. Die akute Myocarditis wird nach der Dallas-Klassifikation beurteilt. Diese beinhaltet den Nachweis von Myozytolysen (untergegangene Herzmuskelzellen) in Verbindung mit zellulären Infiltraten. Um eine gezielte Herzmuskelbiopsieentnahme zu gewährleisten, führen wir vor der Entnahme von Herzmuskelproben ein MRT des Herzens durch. Hierdurch gelingt häufig eine Ortung auffälliger Veränderungen im Herzmuskelgewebe. So zeichnet sich eine akute Myocarditis durch eine Kontrastmittelanreicherung in der Wand des Herzmuskels aus. Dieses so genannte late-gadolinium-enhancement entspricht bei einem Teil der Patienten einem entzündlichen Infiltrat mit oder ohne Herzmuskelzelluntergängen. 

Mit Hilfe der myocardbioptischen Diagnostik, der klinischen Symptomatik und dem MRT kann häufig eine sehr genaue Einschätzung des Krankheitsbildes vorgenommen und diese Befunde als Verlaufsuntersuchungen verwendet werden, um eine Aussage treffen zu können bezüglich der Abheilungstendenz, z. B. einer akuten oder chronischen Herzmuskelentzündung.