Operationsverfahren

Das Operationsverfahren orientiert sich am Befund bzw. der Indikation für die Schilddrüsenresektion. Wenn ein minimalinvasives Vorgehen hier sinnvoll erscheint, kommt dieses in unserer Klinik entsprechend zur Anwendung.

Bei beidseitiger Knotenbildung sind die Standardverfahren die Thyreoidektomie (komplette Schilddrüsenentfernung) oder die Dunhill-Operation (Belassen eines knotenfreien Restes einseitig). Bei einseitiger Knotenbildung wird nur ein Schilddrüsenlappen entfernt (Hemithyreoidektomie). Bei günstiger Lage eines einzelnen Schilddrüsenknotens kann dieser in Ausnahmefällen separat entfernt werden (Enukleation). Bei einer nur gering vergrößerten Schilddrüse kann ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden (MIVAT). Hierbei erfolgt die Operation durch einen besonders kleinen Hautschnitt von 2-3 cm mit Hilfe einer Kamera.

Bei gutartigen Knoten kann in geeigneten Fällen eine minimalinvasive Radiofrequenzablation (Verödung mit hochfrequentem Strom) erfolgen. Für den Einsatz einer Radiofrequenzablation ist allerdings die Lage und die Größe des zu behandelnden Knotens ausschlaggebend. Zusätzlich würden wir vor einem ablativen Verfahren eine Feinnadelpunktion zum sicheren Ausschluss einer bösartigen Entartung des Knotens durchführen.

Die Operation einer einzelnen vergrößerten Nebenschilddrüse (beim primären Hyperparathyreoidismus) kann bei bekannter Lokalisation entsprechend gezielt durch einen sehr kleinen Hautschnitt (minimal access) entfernt werden. Bei Vergrößerung von mehreren Nebenschilddrüsen muss ein Operationsverfahren ähnlich der Thyreoidektomie gewählt werden.

 

Komplikationsmöglichkeiten

Wie gefährlich ist eine Schilddrüsenoperation?

Schilddrüsenoperationen sind risikoarm, jedoch nicht risikofrei. Die wichtigsten Komplikationsmöglichkeiten sind auf die enge Lagebeziehung der Schilddrüse zur Nebenschilddrüse (Steuerung des Calciumstoffwechsels im Körper), dem Stimmbandnerven (N. laryngeus recurrens) und der sehr guten Durchblutung der Schilddrüse mit der Möglichkeit einer Nachblutung zurückzuführen.

Veränderung der Stimme und Heiserkeit

Allein durch die Veränderung des Resonanzkörpers um den Kehlkopfbereich kann es nach einer Schilddrüsenoperation zu Stimmveränderungen kommen. Die Stimmbandnerven verlaufen unmittelbar hinter der Schilddrüse und sind deshalb bei jeder Schilddrüsen-operation gefährdet. Durch Einsatz technischer Hilfsmittel (Neuromonitoring und Lupenbrille) wird jedoch das Risiko einer dauerhaften Stimmbandschädigung auf ein Minimum reduziert. Trotz aller Sorgfalt kann der Nerv durch die Operation gereizt werden und vorübergehend seine Funktion einstellen. Zeigt bei einer geplanten Entfernung beider Schilddrüsenlappen das Neuromonitoring eine reduzierte Funktion des Nervens an, beendet man die Operation. Erst nach Erholung des Nervens wird in einem Zweiteingriff der andere Schilddrüsenlappen entfernt. Dies kann nach einigen Tagen, aber auch nach einigen Wochen der Fall sein.

Nachblutung

Aufgrund der guten Durchblutung der Schilddrüse besteht nach der Operation ein Nachblutungsrisiko. Sollte es in seltenen Fällen zu einem Bluterguss mit Druckgefühl am Hals kommen, wird dieser in einem kleinen Eingriff operativ entfernt.

Störung des Calciumstoffwechsels

An der Schilddrüsenhinterwand befinden sich auf jeder Seite zwei linsengroße Nebenschilddrüsen. Sie produzieren das Parathormon, welches den Calciumspiegel im Blut anhebt. Da die Lage dieser Drüsen erheblich variieren kann, können sie trotz aller operativer Sorgfalt unbeabsichtigt entfernt oder in der Durchblutung gestört werden. In diesen Fällen werden sie in einer Tasche der Halsmuskulatur wieder eingepflanzt, in der sie nach einiger Zeit ihre Hormonproduktion wiederaufnehmen. In der Regel bilden sich die durch den Calciummangel bedingten Symptome, wie Kribbeln in Gesicht und Händen, in wenigen Tagen unter der Gabe von Calcium und Vitamin D zurück.

Informationen über Alternativen zur Operation finden Sie hier: