Klinische Infektiologie – Infektionen gezielt behandeln, Resistenzen vermeiden
Der Fachbereich Klinische Infektiologie und Antimicrobial Stewardship (AMS) ist in den Düsseldorfer Kliniken als Stabsstelle der Klinikbetriebsleitung zugeordnet. Der Versorgungsschwerpunkt liegt in der korrekten Diagnostik und Therapie infektiologischer Erkrankungen. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Behandlung und damit eine optimierte Patientenversorgung.
Ein rationaler und adäquater Einsatz von Antiinfektiva bei Patientinnen und Patienten mit Infektionskrankheiten ist ein wesentlicher Beitrag zur Prävention von Antibiotikaresistenzen. Diese Aufgabe wird interdisziplinär für alle Düsseldorfer Kliniken der Franziskus Stiftung wahrgenommen. Beteiligt sind dabei die Krankenhausapotheke sowie die ABS-beauftragten Ärztinnen und Ärzte aller Fachabteilungen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die zunehmende Antibiotikaresistenz als globale Bedrohung für die öffentliche Gesundheit ein. Gleichzeitig stellen die begrenzte Neuentwicklung sowie Lieferengpässe bei Antiinfektiva große Herausforderungen im klinischen Alltag dar. Darüber hinaus beeinflussen Antiinfektiva das Mikrobiom, unter anderem durch den Verlust mikrobieller Artenvielfalt. Langfristig kann dies die Selektion resistenter Bakterienstämme begünstigen.
Spektrum
Der infektiologische Konsildienst stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten mit schweren Infektionen – zum Beispiel Endokarditis, Knocheninfektionen, Protheseninfektionen oder Blutstrominfektionen – in allen Düsseldorfer Häusern und über sämtliche Fachabteilungen hinweg mitbetreut werden. Darüber hinaus besteht jederzeit die Möglichkeit einer telefonischen infektiologischen Beratung für ärztliche Kolleginnen und Kollegen.
Bestandteile der Mitbetreuung und Beratung sind insbesondere:
- Leitliniengerechte Therapieevaluation
- Festlegung der Therapiedauer
- Umstellung einer intravenösen auf eine orale antiinfektiöse Therapie
- Dosisoptimierung
- mikrobiologische Befundeinordnung
Vor Ort werden die Fachabteilungen durch AMS-Visiten unterstützt. Diese finden wöchentlich auf allen Intensivstationen im Augusta-Krankenhaus, im St. Vinzenz-Krankenhaus und im Marien Hospital Düsseldorf statt. Darüber hinaus besteht ein regelmäßiger wöchentlicher Austausch mit den hämatoonkologisch tätigen Kolleginnen und Kollegen.
Auch die Erstellung des Antiinfektiva-Leitfadens liegt in den Händen der Klinischen Infektiologie beziehungsweise des AMS. Die aktuelle Version wurde in Kooperation mit der Krankenhausapotheke, medicalORDERpharma sowie dem Kompetenzzentrum Mikrobiologie und Hygiene der St. Franziskus-Stiftung Münster erstellt. Sie ist für alle Mitarbeitenden online sowie über FranziskusGPT zugänglich.
Es besteht eine enge Kooperation mit der Apotheke bei der Dokumentation, Analyse und Interpretation des Antibiotikaverbrauchs. Ebenso erfolgen die Dokumentation, Analyse und Interpretation der lokalen Resistenzsituation. Selbstverständlich nimmt der Fachbereich an ARS (Antibiotika Resistenz Surveillance) und ARVIA („ARS und AVS Integrierte Analyse“) des Robert Koch-Instituts teil.
