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Bei nicht dringlichen Erkrankungen, planbaren Untersuchungen oder länger bestehenden Beschwerden sollten Sie sich zunächst an Ihre Hausarztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Telefon 116 117) wenden. So helfen Sie mit, die Notfallmedizin in der Notaufnahme für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten freizuhalten.

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Kardiologie, Rhythmologie und konservative Intensivmedizin

Augusta-Krankenhaus Düsseldorf

Die Herzhose
Patienteninformationen


Die Herzhose stellt ein neues Therapiekonzept für Patienten mit Gefäßerkrankungen dar. Ist ein Gefäß verstopft, wird das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Die Herzhose ermöglicht die Bildung von biologischen Bypässen, die eine Versorgung des Gewebes mit Blut gewährleisten. (siehe Abbildung)


 

Zwar gibt es sowohl durch die technische Entwicklung im Bereich der Katheter-Technik als auch im operativen Bereich gute Therapiemöglichkeiten, die Herzhose ist jedoch eine sanfte Methode zur Aktivierung der körpereigenen Selbstheilungskräfte. Für die Gesundheit unserer Arterien ist die Bewegung und die Vermeidung von Risikofaktoren (Rauchen, Übergewicht, Blutfette) entscheidend. 

Die Bewegung verursacht eine erhöhte Blutfließgeschwindigkeit und ermöglicht dadurch die Bildung von Kollateralen. Die Kapazität unseres Körpers, biologische Bypässe zu entwickeln, können wir also durch Bewegung fördern. Viele Patienten mit Gefäßerkrankungen sind jedoch aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden, wie Belastungsdyspnoe und Angina Pectoris, nicht in der Lage, in ausreichendem Umfang Sport zu treiben.Die Herzhose ermöglicht ein standardisiertes passives Gefäßtraining, welches die Selbstheilungskräfte aktiviert und zur Bildung von funktionsfähigen Kollateralen führt. Die Herzhose besteht aus aufblasbaren Manschetten, zwei an jedem Unterschenkel, am Oberschenkel und am Becken. Die Herzhose wird mit dem Herzschlag synchronisiert und mit einem EKG kontrolliert. Die Funktionsweise der Herzhose wird bei jedem Patienten individuell angepasst. Ein sogenannter Gefäßtachometer ermöglicht die Beurteilung des Gefäßzustands, nach dem der Druck, mit dem die Luft in die Herzhose gepumpt wird, individuell eingestellt wird. Auf diese Weise werden schädliche Nebenwirkungen vermieden.

Weitere Informationen zur Herzhose

  • Patienten mit chronisch koronarer Herzkrankheit (KHK) und Gefäßverschluss (Stenose), bei denen eine Behandlung mit Bypass oder Stent nicht möglich ist. (Die KHK muss durch Herzkatheter- Untersuchung oder Koronarangiografie gesichert sein, spätestens 6-12 Monate vor Therapiebeginn.)
     
  • Folgebehandlung bei Patienten, die bereits mit einem Bypass oder Stent behandelt wurden, erneut Beschwerden haben, jedoch einen weiteren Eingriff ablehnen.
     
  • Akutes Koronarsyndrom oder instabile Angina pectoris < vier Wochen (akute Herzbeschwerden)
  • Vorhofflimmern mit Puls > 90
  • Bypass-OP in den letzten vier Wochen
  • Höhergradig undichte Herzklappen
  • Unkontrollierter Bluthochdruck > 180/100 mm Hg
  • Höhergradige Schaufensterkrankheit
  • Thrombosen der Beine vor weniger als 8 Wochen
  • Rückenbeschwerden, die ein Liegen für eine Stunde nicht ermöglichen
  • Erhöhter Lungendruck
  • Starkes und übermäßiges rauchen
  • Sprechstunde, in der entschieden wird, ob Sie für die Therapie geeignet sind
     
  • Voruntersuchungen (EKG, Ultraschall des Herzens, 24-Stunden-EKG, 24-Stunden-Blutdruckmessung, Pulswellengeschwindigkeit, Spiroergometrie, 6-Minuten-Gehtest)
     
  • Testen der Herzhose, damit Sie entscheiden können, ob diese Therapieform für Sie geeignet ist

Therapiekosten der Herzhose:

  • Leider übernimmt die Krankenkasse die Therapie bisher nur in Ausnahmefällen. Selbstverständlich werden wir weiterhin versuchen, die Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse zu beantragen. Sie müssen jedoch damit rechnen, dass Sie die Kosten selbst tragen müssen. In Abhängigkeit zur Therapiedauer betragen die Kosten 3.400-4.000 Euro. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass Sie vor Therapiebeginn eine Einverständniserklärung zur Kostenübernahme unterschreiben müssen.
     
  • Um zu entscheiden, ob Sie für die Herzhosetherapie geeignet sind, und um den Erfolg der Therapie zu dokumentieren, müssen folgende Vor- und Nachuntersuchungen durchgeführt werden: ABI, Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, 24-Stunden-EKG, 24-Stunden-Blutdruck, Sechs-Minuten-Gehtest, Pulswellenanalyse, Echokardiografie.
     
  • Sofern Sie privat versichert sind, werden diese Kosten von der Krankenkasse übernommen, sofern Sie bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können Sie diese Untersuchungen auch von Ihrem Hausarzt oder Kardiologen durchführen und uns die Ergebnisse zukommen lassen.
     
  • Es besteht auch die Möglichkeit, die Untersuchungen bei uns durchführen zu lassen, diese müssen wir Ihnen dann zum Selbstkostenpreis abrechnen.

     

Beratung und Kontakt

Lassen Sie sich beraten, wenn Sie glauben, für die Herzhose geeignet zu sein. Bitte nehmen Sie zunächst Kontakt mit dem Sekretariat von Herrn Prof. Dr. med. Rolf Michael Klein auf. Telefonisch unter der (02 11) 90 43-201 sind unsere Sekretärinnen für Sie erreichbar. 

Ihre letzte Herzkatheteruntersuchung sollte nicht länger als 6 bis höchstens 12 Monate zurückliegen. In der Regel müssen Sie die CD von der letzten Herzkatheteruntersuchung bei uns abgeben, damit wir prüfen können, ob Sie für die Herzhose prinzipiell in Frage kommen.


Unser Behandlungsangebot

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